Für viele Menschen ist der Jahreswechsel ein Fest, für Hunde und Katzen eher eine Nacht voller unverständlicher Geräusche. Wer selbst Feuerwerk abbrennt, kann einiges dafür tun, dass die Tiere im Haus und in der Nachbarschaft die Nacht möglichst gelassen überstehen.
Auf einen Blick
- Halte Hund und Katze am Silvesterabend im Haus, in einem vertrauten, ruhigen Raum mit geschlossenen Fenstern und zugezogenen Vorhängen.
- Geh mit dem Hund früh am Abend Gassi, lange bevor die ersten Knaller zu hören sind, und lass ihn später nie unbeaufsichtigt draußen.
- Wenn dein Tier sehr ängstlich ist, sprich rechtzeitig vor Silvester mit deiner Tierarztpraxis, statt erst in der Nacht nach Lösungen zu suchen.
Warum Silvester für Tiere so schwierig ist
Hunde und Katzen hören deutlich mehr als wir. Ein plötzlicher Knall, noch dazu ohne Vorwarnung und aus unbekannter Richtung, kann sie in Alarmbereitschaft versetzen. Dazu kommen Lichtblitze, Rauchgeruch und eine ungewohnt unruhige Stimmung im Haus. Wie stark ein Tier reagiert, ist individuell: Manche bleiben entspannt, andere verstecken sich oder zittern. Beobachte dein Tier deshalb schon in den Wochen vorher, etwa bei Gewitter oder lauten Baustellen, dann weißt du ungefähr, was dich erwartet.
Die Vorbereitung am Tag selbst
- Früh raus: Plane den letzten ausgiebigen Spaziergang für den Nachmittag oder frühen Abend. Leine den Hund auch im eingezäunten Garten lieber an, weil Panik Tiere zu überraschend schnellen Fluchtversuchen treiben kann.
- Kennzeichnung prüfen: Halsband mit Adresse, Chip und Registrierung sollten aktuell sein, falls doch einmal ein Tier ausreißt.
- Katzen drinnen lassen: Freigänger bleiben am 31. Dezember besser komplett im Haus. Kontrolliere Katzenklappe, Fenster und Balkontür.
- Futter und Wasser: Biete die Mahlzeit etwas früher an, damit sich dein Tier nicht mit vollem Magen aufregt.
Ein sicherer Rückzugsort
Richte einen Raum ein, den dein Tier kennt und mag, am besten ein Zimmer, das von der Straße abgewandt liegt. Schließe die Fenster, zieh Vorhänge oder Rollläden zu und lass leise Musik oder den Fernseher laufen, damit die Geräusche von draußen gedämpft werden. Stell Körbchen, Decke, Wasser und vertrautes Spielzeug bereit. Verkriecht sich dein Tier unter dem Sofa oder hinter dem Schrank, lass es dort in Ruhe: Das ist seine Art, sich zu schützen. Bleib trotzdem in der Nähe, bleib selbst ruhig und mach kein großes Drama daraus, denn Tiere nehmen deine Stimmung wahr.
Wenn du selbst Feuerwerk abbrennst
Du kannst die Belastung für Tiere in der Umgebung etwas begrenzen. Sag Nachbarn mit Haustieren vorher Bescheid, damit sie sich einrichten können. Zünde nicht stundenlang zu beliebigen Zeiten, sondern konzentriere dein Programm auf wenige Momente rund um Mitternacht. Wie du die Reihenfolge klug planst, steht in unserem Beitrag zur Reihenfolge in der Silvesternacht. Halte außerdem Abstand zu Wiesen, Ställen, Tierheimen und Reitplätzen, in denen Tiere nicht ausweichen können. Und: Feuerwerk darf nur dort gezündet werden, wo es erlaubt ist, die Rahmenbedingungen findest du in unserer Übersicht Was ist erlaubt?.
Weniger Lärm, weniger Stress
Nicht jeder Effekt ist gleich laut. Ein Abend mit Bodeneffekten wie den Fontänen belastet empfindliche Tiere oft weniger als Dauerknallerei, eine Garantie gibt es aber nicht. Wie laut ein Artikel wirkt, steht oft schon in der Beschreibung, und beim Auswählen hilft dir Feuerwerkseffekte erklärt. Prüfe immer die Angaben auf der Verpackung und halte dich an die Gebrauchsanweisung.
Hilfe bei sehr ängstlichen Tieren
Zeigt dein Hund oder deine Katze jedes Jahr starke Angst, ist die Tierarztpraxis die richtige Anlaufstelle. Dort kannst du besprechen, welche Möglichkeiten es für dein Tier gibt. Verabreiche von dir aus keine Mittel, die für Menschen gedacht sind, und probiere nichts Neues erst in der Silvesternacht aus. Auch ein langsames Gewöhnen an Geräusche über das Jahr kann helfen, am besten mit Unterstützung einer erfahrenen Hundeschule oder Tierärztin.
Häufige Fragen
Soll ich meinen Hund an Silvester beruhigend streicheln?
Ja, ruhige Zuwendung ist in Ordnung, wenn dein Tier sie sucht. Übertriebenes Trösten oder aufgeregtes Reden kann die Anspannung aber verstärken. Bleib gelassen und lass dein Tier selbst entscheiden, wie viel Nähe es möchte.
Dürfen Katzen an Silvester nach draußen?
Besser nicht. Am 31. Dezember und in den Tagen drumherum sind Knall und Rauch überall, und Katzen fliehen bei Schreck oft in unbekannte Ecken. Halte Freigänger lieber im Haus und sorge für Katzentoilette und Rückzugsplätze.
Wann sollte ich mit der Tierärztin sprechen?
Am besten Wochen vor Silvester. Wenn dein Tier schon bei Gewitter stark leidet, kann die Praxis einschätzen, welche Schritte sinnvoll sind. Eine Beratung in letzter Minute ist oft schwieriger zu bekommen.
